„Ich hab dich zum Fressen gern
Sowohl bei Gemüse- als auch bei Zierpflanzenbetrieben setzt sich in geschützten Kulturen zunehmend ein neues Pflanzenschutzkonzept durch: „Nützlingseinsatz für die Schädlingsbekämpfung. Durch einen konsequenten Einsatz von Nützlingen kann man sogar resistenten Schädlingen zu Leibe rücken.
Vorteile eines Nützlingseinsatzes für den Konsumenten:
- Konsumentenfreundlichkeit: Mehr Produkte, die zur Gänze oder zumindest weitgehend ohne chemischen Pflanzenschutz erzeugt werden.
- Umweltschutz: Mit einer biologischen Schädlingsbekämpfung werden auch natürlich vorkommende Nützlinge verschont und gefördert und ein verringerter Pflanzenschutzmitteleinsatz schont die Umwelt.
- Anwenderfreundlichkeit: Für das Ausbringen der Nützlinge braucht man keine Schulung, jeder im Betrieb kann dies tun! Der gesundheitliche Vorteil sowohl für den Anwender als auch für den Konsumenten wird gerade für die jetzige „ernährungsbewusste Bevölkerung ein immer wichtigerer Entscheidungsfaktor, um zu einem bestimmten Produkt zu greifen.
- Brechen von Resistenzen
- Durch eine regelmäßige, genaue Kontrolle der Kulturpflanzen werden auch andere Schadorganismen rechtzeitig erkannt.
„ZUM FRESSEN GERN so lautet nun das Motto vieler Gartenbaubetriebe, in denen eine Vielzahl verschiedener Nützlinge zum Einsatz kommt. Mit der biologischen Schädlingsbekämpfung haben viele Gemüsebaubetriebe bereits seit Jahren eine erfolgreiche Bekämpfungsstrategie erarbeitet und reduzieren so den chemischen Pflanzenschutz auf ein Minimum.
Nützlinge statt Pflanzenschutzmittel
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Mit der biologischen Schädlingsbekämpfung mit Hilfe von Nützlingen wird ein erster wichtiger Schritt für einen biologischen Pflanzenschutz gesetzt. Um überhaupt mit Nützlingen arbeiten zu können, muss zuvor auf eine „nützlingsschonende Pflanzenschutzanwendung umgestellt werden, da viele Pflanzenschutzmittel Nützlinge für Monate vertreiben können und so ein Einsatz nicht sinnvoll ist.
Da es trotz Nützlingseinsatz notwendig sein kann, chemische Anwendungen, vor allem gegen Pilzinfektionen, durchführen zu müssen, ist es wichtig, dass nur nützlingsverträgliche Pflanzenschutzmittel verwendet werden. | Biologischer Pflanzenschutz ist vorbeugender Pflanzenschutz
Sowohl für den Nützlingseinsatz als auch für die Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln gibt es kein „Standardeinsatzkonzept. Benötigte Nützlingsmengen, Strategien und der Einsatz von Hilfsstoffen müssen immer den betriebsspezifischen Gegebenheiten angepasst werden. Da auch nicht jedes Jahr mit dem gleichen Schädlings- und Pilzdruck zu rechnen ist, ist die genaue Kontrolle der Kulturen die ganze Saison über notwendig, um auf für die Kultur negative Veränderungen so früh wie möglich reagieren zu können. Denn eines ist klar: Biologischer Pflanzenschutz ist immer vorbeugender Pflanzenschutz!! Ist der Schaden erst da, ist es zu spät für Raubmilben & Co.
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Viele Nützlinge, wie zum Beispiel die Raubmilbe Amblyseius cucumeris gegen Thripse, lassen sich noch bevor ein Thrips gesichtet wird, einsetzen, da sie sich auch von Pollen ernähren bzw. die Raubmilben in speziellen Tütchen mit darin verfügbaren Futtermilben in den Kulturen ausgebracht werden. Für Nützlinge, die zum Überleben auf Schädlinge angewiesen sind, hat sich das System der „offenen Zucht bewährt. Dabei setzt man an einigen Stellen zur Kultur Getreide dazu, besiedelt diese mit Getreideläusen (gehen nicht auf Gemüse oder Zierpflanzen über!!) und bringt dann die Nützlinge ins Spiel diese vermehren sich auf Kosten der Getreideläuse und wenn dann Kulturläuse auftreten, sind bereits viele Nützlinge im Haus, um diese zu bekämpfen. | Zusätzlich lockt man dadurch viele natürlich vorkommende Blattlausvertilger wie zum Beispiel Marienkäfer, Florfliege, Gallmücke oder Schwebfliegen an, die ansonsten erst bei Befall da wären und dann gegen eine hohe Blattlauskolonie zu schwach wären.
Um den Nützlingseinsatz in geschützten Kulturen voranzubringen, ist es besonders wichtig, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln, um eine optimale Bekämpfungsstrategie für den jeweiligen Betrieb zu erarbeiten. Die Scheu, sich bei der Schädlingsbekämpfung auf Insekten zu verlassen, die man ohne eine Lupe kaum zu Gesicht bekommt, ist leider noch sehr häufig gegeben. Diese Bedenken können einem jedoch nur genommen werden, wenn man sich der Sache annimmt und den „gefräßigen Nützlingen eine Chance gibt.
Erst dann erkennt man das Arbeitsmotto der Nützlinge: „ICH HAB DICH ZUM FRESSEN GERN!Die Gartenbauabteilung der Landwirtschaftskammer bietet seit Februar 2005 eine Nützlingsberatung für Erwerbsgartenbaubetriebe an. |
 | Dies umfasst nicht nur den Einsatz der Nützlinge selbst, sondern auch eine nachfolgende, saisonbegleitende Beratung in 14-tägigen Abständen.Als Beraterinnen fungieren Frau Mag. Renate Fuchs und Frau Mag. Gudrun Krobath.
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