Ich betreibe einen Gemüsebauernhof in der Südoststeiermark und darf dort gemeinsam mit meinem engagierten Team das ganze Jahr über eine große Vielfalt an Gemüse anbauen. Unser Hof ist für mich weit mehr als ein Arbeitsplatz – er ist Lebensraum, Begegnungsort und ein Platz, an dem Landwirtschaft, Erholung und Gesundheit zusammenkommen. Neben dem Gemüsebau bieten wir Gästen gemütliche Ferienwohnungen und Gästezimmer an, außerdem finden mehrmals wöchentlich Yoga-Einheiten statt.
Unser Gemüse vermarkten wir auf unterschiedlichen Wegen. Einerseits beliefern wir Gastronomie- und Hotelleriebetriebe in der Region, die Wert auf frische und regional erzeugte Lebensmittel legen. Andererseits verkaufen wir unsere Produkte direkt über unseren Selbstbedienungsladen an der B66 bei der Abzweigung Tieschen/Laasen. Dort können Kundinnen und Kunden täglich von 6 bis 22 Uhr saisonal einkaufen. Der direkte Kontakt zu den Menschen, die unsere Arbeit und unsere Produkte schätzen, bereitet mir dabei besondere Freude. Was mich antreibt, ist die Überzeugung, dass möglichst viele Gemüsearten direkt in unserer Region produziert werden sollten. Vielfalt auf dem Feld bedeutet für mich nicht nur eine größere Auswahl an Lebensmitteln, sondern auch mehr Zukunftsfähigkeit für die Landwirtschaft. Gleichzeitig liebe ich es, neue Kulturen, Anbaumethoden und Vermarktungsideen auszuprobieren. Diese Neugier sorgt dafür, dass mein Beruf niemals langweilig wird. Deshalb unterrichte ich an der Gartenbauschule in Großwilfersdorf im berufsbegleitenden Facharbeiterlehrgang für Gemüsebau. Dabei vermittle ich nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch die Bedeutung eines guten Netzwerks. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Schlüssel, um Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
An meinem Beruf begeistert mich besonders die Vielfalt. Die Jahreszeiten bestimmen den Rhythmus der Arbeit, gleichzeitig bringen die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden immer wieder neue Perspektiven. Wenn ich Gastronomiebetriebe besuche und sehe, welche kreativen Gerichte aus unserem Gemüse entstehen, weiß ich, warum sich auch die anstrengendsten Tage lohnen. Nachhaltigkeit ist für mich kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. Bauholz und Hackschnitzel stammen aus den eigenen Wäldern, Strom erzeugen wir über unsere Photovoltaikanlagen und unsere Bewässerungsteiche werden mit Regenwasser gespeist. So versuchen wir, unseren Betrieb möglichst ressourcenschonend und in funktionierenden Kreisläufen zu führen.
Herausforderungen gibt es natürlich auch: Extreme Wetterereignisse, längere Trockenperioden und der zunehmende Schädlingsdruck – insbesondere durch die Grüne Reiswanze – verlangen uns viel Flexibilität ab. Auch die Vereinbarkeit von Familienleben und einer oft notwendigen Sieben-Tage-Woche ist nicht immer einfach. Dennoch würde ich mich jederzeit wieder für diesen Beruf entscheiden, weil er sinnstiftend, abwechslungsreich und eng mit der Natur verbunden ist.